13.11.2009  10:48 Uhr

IKT-Unternehmen
Große Scheu vor externen Beratern

Düsseldorf. Viele IKT-Unternehmen verzichten auf professionelle Marktforschung, wie eine aktuelle Studie der Unternehmensberatungen Ecco und Mind Business aufzeigt.

Erfolge werden in der IKT-Branche zumeist dort verbucht, wo der Leidensdruck hoch und die neue Lösung geeignet ist, einen konkreten Mangel zu überwinden. Anbieter müssten folglich ein tieferes Verständnis darüber erlangen, wie die eher pragmatisch handelnden "Mainstream-Kunden" ticken. Genau hier fehle die Bereitschaft, externe Experten zu Rate zu ziehen, so die Unternehmensberater.

Persönliche Erfahrungswerte oft ausschlaggebend

In vielen Unternehmen werde Marktforschung ohne die klassischen Instrumente der externen Kundenbefragungen oder anderer primärstatistischer Erhebungsverfahren betrieben. "Stattdessen bilden Gespräche und persönliche Erfahrungswerte oftmals die Grundlage für das Wissen über den Markt und sind ausschlaggebende Basis zahlreicher unternehmerischer Entscheidungen", so die Studienautoren. Die Erfahrung zeige jedoch, dass die interne Sicht über Marktmechanismen und Kundenzufriedenheit durch externe Erkenntnisse ergänzt werden sollte. Eine solche Außensicht liefere oftmals wichtige Erkenntnisse abseits bequemer Wahrheiten.

Branchenkenntnisse werden angezweifelt

In vier von fünf Unternehmen wird Marktforschung als zu teuer angesehen - entweder absolut oder im Verhältnis zum Erkenntniszugewinn. Jedes zweite Unternehmen sei der Meinung, mögliche Ergebnisse bereits zu kennen, zum Beispiel jene über eigene Schwachpunkte im Produktangebot oder Service. Zusätzliche Erhebungen scheinen ihnen daher nicht nötig. Mehr als 40 Prozent sprechen den externen Marktforschern ausreichende Branchenkenntnisse ab. Jedes vierte Unternehmen gibt zu Protokoll, klassische Verfahren berücksichtigten die Besonderheiten des Marktes kaum oder gar nicht.

Manager sehen sich oft als Marktexperten

In Interviews mit IKT-Entscheidern haben Mind Business und Ecco folgende Ursachen für die Abstinenz von Marktwissen herausgefunden: "Manager sehen sich als Experten und fühlen sich auch ohne Marktforschung gut informiert. Man hält Marktforschung für zu teuer im Vergleich zu dem, was sie an relevanten Entscheiderinformationen liefert. Externe Marktforscher werden als Sparringspartner nicht akzeptiert, da sie nicht überausreichendes Branchen- und Produktwissen verfügen. Unternehmenskultur und eingespielte Prozesse lassen wenig Raum für eine Verankerung der Marktforschung. Insgesamt verspürt man bei diesem Thema keinen wirklichen Leidensdruck".


 

(Redaktion)

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Bild Nr. 1 © pixelio.de/Claudia Hautumm

 


 

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