19.01.2009  11:19 Uhr

Feinstaub
Dicke Luft in deutschen Büros

Neuss. Kein Scherz: Würden für Büros und Wohnung die gleichen Feinstaubnormen gelten, wie für Straßen, würde die EU 80 Prozent davon als unbewohnbar bezeichnen. Gerade in Büros macht der Feinstaub aus Druckern und Kopierern die Büroluft zum Gesundheitsrisiko.

Dass eine ernsthafte, gesundheitliche Bedrohung am Arbeitsplatz durch Kopierer, Faxgeräte und Drucker besteht, ist ein offenes Geheimnis. So zeigt eine aktuelle Studie der Nürnberger Landesgewerbeanstalt (LGA) im Auftrag einer großen Computerzeitschrift, dass manche Geräte die Raumluft ebenso stark belasten wie der Berufsverkehr auf einer Hauptverkehrsstraße. Wer auf gesunde Luft in seinem Büro Wert legt, sollte deshalb versuchen, die schädlichen Partikel zu vermindern oder aus der Atemluft herauszufiltern. 

Maßnahmen gegen dicke Büro-Luft

Die Ergebnisse sind alarmierend. Umso wichtiger ist es, die Luftbelastung durch Partikel systematisch zu reduzieren. Ein effektiver Weg sind elektrische Luftreiniger. Geräte der  neuesten Generation auf Basis der patentierten Filtrete 3M-Filtertechnologie filtern bis zu 99,9 Prozent aller Partikel aus der Umgebungsluft, darunter auch den gefährlichen Drucker- und Papierstaub. Die permanent elektrostatisch aufgeladenen Fasern der Luftfilter erfassen bereits Partikel ab einer Größe von 0,3 Mikron – das ist kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares.

Fachleute raten aber auch zu einem vorsichtigen Umgang mit Laserdruckern. Am besten ist es, wenn häufig benutzte Geräte in einem separaten Raum stehen, der gut belüftet wird. Ebenfalls wichtig ist die regelmäßige Wartung – am besten durch einen Techniker mit Mundschutz. Die feinen Tonerpartikel gelangen nämlich nicht nur beim Drucken in die Raumluft, sondern auch beim Wechseln der Kartuschen.

Warum sind Feinstaub-Partikel so gefährlich?

Druckerstaub und ähnliche Lungengifte sind für das menschliche Auge unsichtbar. Doch es gibt verlässliche Anzeichen für belastete Raumluft: etwa hartnäckige Erkältungen, häufig tränende Augen, Konzentrationsschwierigkeiten. Ein typischer Hinweis auf eine stark belastete Büroluft ist, wenn sich die Beschwerden nach Büroschluss oder am Wochenende schlagartig bessern. 

Kurz nach einem Druckvorgang konnten die Experten in einem einzigen Kubikzentimeter Raumluft zwischen 100.000 und 230.000 ultrawinzige Tonerpartikel messen. Die Feinstaubschleudern setzten sogar noch weitere Schadstoffe frei, etwa Schwermetalle oder Quecksilber. Dass dieser giftige Cocktail den empfindlichen Atemwegen schadet, gilt Fachleuten als ausgemacht. Die Feinstaubbelastung im Büro sei „hygienisch, wenn nicht gesundheitlich bedenklich“, urteilt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin. „Studien lassen keinen Zweifel zu, dass die Tonerpartikel ebenso krebserregend sind wie Asbest, Zigarettenrauch oder der Ruß aus Dieselabgasen“, warnt Dr. Jonas, Experte vom Institut für Pathologie der Universität Rostock. 


 

(Redaktion)

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